Studie zeigt Endometriosepatientinnen mit erhöhtem Risiko für koronare Herzerkrankungen

Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2016 hat Zusammenhänge von Endometriose und einem erhöhten Risiko für koronare Herzerkrankungen entdeckt (“Endometriosis and Risk of Coronary Heart Disease”).

Zum jetzigen Zeitpunkt geht man davon aus, dass vor allem die chronischen Entzündungsprozesse im Körper, erhöhte oxidative Stresslevel und die oft erhöhte Ablagerung von Fett in den Blutgefäßen (Atherosklerose) bei Endometriose-Betroffenen die Gründe hierfür sein könnten.

Verglichen wurden 116.430 Frauen – mit laparoskopisch bestätigter Endometriose und Frauen ohne Endometriose. Frauen mit bekannten Herzerkrankungen oder Schlaganfällen wurden ausgeschlossen. Das Durchschnittsalter beider Gruppen lag bei Mitte Dreißig.

Das Herzinfarktrisiko der Endometriose-Patientinnen war durchschnittlich 1,52-fach erhöht, das Risiko für Angina pectoris 1,91-fach, Koronararterien-Bypass Operationen 1,35-fach – unabhängig von Demographie, Körpermaßen, Familengeschichte oder Lebensstil.

Das kombinierte Risiko war bei Frauen unter 40 Jahren mit 3,08-fach am stärksten erhöht und sank bei 40-50-jährigen stetig bis unter das der Frauen ohne Endometriose ab.

Außerdem waren die Risiken für Endometriosepatientinnen nach einer Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) und/oder Oophorektomie (auch Ovariektomie oder Ovarektomie: Eierstockentfernung) wiederum erhöht. Bis zu 42% der Fälle von Endometriose und koronarer Herzerkrankung in der Studie könnten demnach mit der höheren Rate von Gebärmutter- und Eierstockentfernungen in einem jüngeren Alter als der Vergleichsgruppe zu erklären sein.

Warum ist das so?

Erste Studien beweisen, dass Frauen vor der Menopause unter anderem ein niedrigeres Herzkrankheitsrisiko aufweisen, weil Östrogen das Herz-Kreislauf-System zu schützen scheint.

Es hilft, die innere Schicht der Blutgefäße (Endothel) zu schützen und hält die Blutgefäße geschmeidiger und elastischer. Außerdem hält Östrogen die weißen Blutkörperchen in Schach – eine immune Überreaktion kann dadurch die Blutgefäße nicht schädigen oder verstopfen.

Auch der Schlaf-Wach-Rhytmus (circadianer Rhythmus) scheint entscheidend für die Vermeidung von Herzkrankheiten zu sein, damit sich beschädigte Zellen regelmäßig regenerieren können.

Auch das Thromboserisiko steigt mit der Menopause, was die Verstopfung der Blutgefäße zur Folge haben kann.

Trotzdem wird in diesem Fall nicht automatisch zur Hormonergänzung geraten, da Östrogenersatzmittel zwar deine Herzgesundheit stärken können, das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken allerdings erhöhen.

Was sind die Symptome eines Herzinfarktes bei Frauen?

Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass die Symptome eines Herzinfarktes bei Frauen tatsächlich anders sind, als bei Männern.

Neben klassischen Schmerzen in der Brust, die in Arme, Oberbauch, zwischen Schulterblätter, in den Rücken oder Hals und Kiefer ausstrahlen können treten häufiger auch unspezifische Symptome auf – starke Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchschmerzen.

Frauen berichten auch öfter von einem Druck- oder Engegefühl in der Brust, statt starker Schmerzen.

Wie kannst du deine Herzgesundheit stärken?

Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren zählen vor allem Rauchen, ungesunde Ernährung, Fettleibigkeit, mangelnde körperliche Betätigung und Bluthochdruck.

Eine Präeklampsie oder Schwangerschaftsvergiftung gilt außerdem als Risikofaktor für einen späteren Herzinfarkt, da der hohe Blutdruck das Herz langfristig schädigen kann.

  • Regelmäßiger Sport, der den Puls etwas ansteigen lässt.
  • Meide Nikotin und andere herzschädigende Substanzen.
  • Sorge für einen niedrigen LDL-Cholesterinspiegel und einen hohen HDL-Cholesterinspiegel
  • Achte auf gesunde Ernährung mit viel Vollkorn, und wenig Fleisch und Milchprodukten
  • Behalte Krankheiten wie Diabetes im Auge
  • Achte auf einen regelmäßigen circadianen Rhythmus – wechselnde Schlaf-Wach-Zyklen wie durch Schichtarbeit sind Gift für dich, schalte Bildschirme und Lichtquellen abends aus, um eine ausreichende Melatoninproduktion sicher zu stellen

 

Quelle: http://circoutcomes.ahajournals.org/content/9/3/257

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